Gedruckte Zeitungen: Mehr als Nachrichten


Zeitungen fungieren in unserer Zeitung als Zeitzeugen; sie legen Zeugnis ab über die Zeit des Nationalsozialismus.


Zeitungszeugen bringt Ihnen, ausgehend von den dramatischsten Ereignissen und folgenschwersten Entwicklungen der NS-Zeit, jene Informationen nahe, mit denen die damalige Bevölkerung konfrontiert wurde.

Wie aber kann man zwischen historischen Fakten und Nazi-Propaganda unterscheiden? Und ist  es überhaupt in Ordnung, mehr als 60 Jahre nach dem Ende der nationalsozialistischen Herrschaft in Deutschland Zeitungen aus diesen 13 Jahren nachzudrucken und zu vertreiben? Ist der kulturelle und politische Lernprozess bei den Deutschen so weit fortgeschritten, dass man ihnen Derartiges – wenn auch eingebettet in einen erklärenden und erläuternden Kontext – zutrauen kann?

Ab sofort verfügen Sie über die einmalige Gelegenheit nachzulesen, welche Informationen Ihren Eltern und Großeltern zur Verfügung standen, wie die jüdische Gemeinde publizistisch auf das NS-Regime reagierte oder wie aus Deutschland Vertriebene die Vorgänge im „Reich“ kommentierten.

Viele Menschen denken bei Zeitungen aus dem von uns ausgewählten Zeitraum sofort an Goebbel’sche Nazi-Propaganda. Damit liegen sie vielfach auch völlig richtig. Beim Durchblättern der Zeitungen wird Ihnen aber auffallen, dass das Leben innerhalb der NS-Diktatur nicht nur von Politik und Propaganda durchdrungen war.

Das „normale“ Leben ging weiter, auch, wenn der Einfluss der Nazis auf viele Bereiche des täglichen Lebens bald enorm sein sollte. Wenn man die Kleinanzeigen studiert, nachschlägt, wie die Aktien standen, welchen Film man sich im Kino hätte ansehen können oder was die „moderne Frau“ in Modefragen beschäftigte, erfährt man vieles aus dem Alltag der Menschen damals.

Der Eindruck, den man von dieser Zeit vermittelt bekommt, sagt weit mehr aus, als dies ein üblicher Text über ein Thema aus der Geschichte tun könnte. Gleichzeitig erläutern renommierte Historikerinnen und Historiker, Publizistinnen und Publizisten nicht nur die Hintergründe, sondern helfen dabei, zwischen den Zeilen zu lesen. Zeitungszeugen bietet Ihnen damit erstmals die Gelegenheit, selbst zu lesen und zu verstehen, was damals geschah.

Sandra Paweronschitz      

Nummer 81
 
Die nächste Ausgabe von Zeitungszeugen erscheint am:

09.09.2010

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